Feierliche Indienststellung Tornado Kooperation Zelle

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde am 19. März 2015 in Manching auf dem Standortgelände von Airbus Defence and Space, die Tornado Kooperation Zelle (TKZ) offiziell in Dienst gestellt.

An der Zeremonie in der neuen Jethalle, nahmen als Gastredner unter anderem Brigadegeneral Günter Katz, Abteilungsleiter Einsatz, Abteilung 2 beim Kommando Luftwaffe und Oberst Markus Alder, Kommandeur Waffensystemunterstützungszentrum 1 aus Erding teil. Für die musikalische Unterhaltung der zahlreichen Ehrengäste und anwesenden Mitarbeiter der TKZ, sorgte das Manching Airfield Orchestra.

 

Standort Manching

Bereits im November 2009 wurde in Manching das Militärische Luftfahrtzentrum in Betrieb genommen. Alle militärischen Wartungs-, Produktions- und Entwicklungsaktivitäten für Flächenflugzeuge der Bundeswehr sollten an einem Ort konzentriert werden. Gemeinsam mit der Wehrtechnischen Dienststelle 61 hat die Industrie hier einen Entwicklungs-, Produktions- und Betreuungsauftrag des Bundes und der NATO. Neben Eurofighter und Tornado werden Transall, P3 Orion, NATO AWACS und in absehbarer Zeit auch die A400M betreut. Auf einer Fläche von fast einer Million Quadratmetern wurden bislang 9.000 Instandsetzungen und 1.400 Endmontagen durchgeführt.

 

TKZ profitiert von EKZ-Erfahrungen

n den letzten Jahren wurde dafür neben den Systemunterstützungszentren Tornado und Eurofighter, die Eurofighter Kooperation Zelle (EKZ) am Standort Manching eingerichtet. Mit der TKZ folgt eine gemeinsame Wartungseinrichtung für den Restflottenbetrieb Tornado in der Deutschen Luftwaffe. Das heißt, Industrie und Militär betreiben gemeinschaftlich in einer Einrichtung mit einer Ressource die Wartung des Luftfahrzeuges Tornado. „Wir kombinieren militärische und industrielle Systeme in einer Einrichtung und verbinden die Vorteile beider Systeme. Beim Eurofighter machen wir das schon seit über zehn Jahren und wollen das jetzt auch auf den Tornado übertragen“, sagt Hilmar Eckert, Chef für Kommunikation und Protokoll bei Airbus Defence and Space.

 

Rechte und Pflichten

Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und der Reduzierung der Tornadoflotte auf 85 Luftfahrzeuge war eine Anpassung der technisch-logistischen Strukturen erforderlich. Folgerichtig kam es zu „fairen“ Vertragsverhandlungen zwischen Airbus Defence and Space und der Luftwaffe und im November 2014 wurde ein Kooperationsvertrag unterschrieben. „Er sagt aus, wer welche Dinge tut, wer welche Rechte und Pflichten hat. Vom Bereitstellen von Betriebsmitteln, über Dienstreisen, über Richtlinien im sozialen Bereich, bis hinein in den Betriebsrat ist alles geregelt. Ein Oberleutnant der Luftwaffe, sitzt da im IG-Metall-Betriebsrat. Das ist weltweit einmalig“, sagt Hilmar Eckert.

 

In 24 Stunden vor Ort sein

„Mit dem Hauptziel, im Bedarfsfall die Einsatzverbände oder Einsatzkontingente der Luftwaffe gezielt mit hochwertiger Kompetenz bei Instandsetzungsarbeiten zu unterstützen“, so General Katz, wurde im Rahmen des Vertrages alles militärische und zivile „know how“ an einem Ort konzentriert. Auch wenn der Verband eine Störung am Luftfahrzeug nicht selber beheben kann, wird zukünftig ein Team vom EKZ geschickt. „Es soll so sein, dass ein Expertenteam aus Manching innerhalb von 24 Stunden vor Ort ist. Gleiches gilt natürlich für den Einsatz“, sagt Hilmar Eckert. Mit Ausnahme von Afghanistan werden zivil-militärisch gemischte Teams entsendet. „Nach dem Grundsatz, „Best man, best woman to the job.“, werden die Spezialisten eingesetzt“, erzählt er.

 

Arbeiten auf fast 17.000 Quadratmetern

Die Industrie hat für die gemeinsame Zusammenarbeit eine ganz neue Halle gebaut. Im Februar 2014 wurde sie nach zweijähriger Bauphase fertig gestellt. Mit 220 Metern Länge, 75 Metern Breite und 22 Metern Höhe bietet sie nicht nur sehr viel Platz, sie ist auch mit modernster Technik ausgestattet. „Wir haben jetzt alles was wir für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten benötigen in einer einzigen Halle, sogar einen Bürokomplex. Lange Warte- und Schleppzeiten werden dadurch vermieden und viel Zeit und Geld gespart“, sagt Peter Krauter, der Teamleiter im Bereich Tornado-Einflug. Er ist verantwortlich für die verschiedenen Stationen (Docks) in der Halle die der Tornado während der Wartung und Instandsetzung durchläuft.

 

Auf Augenhöhe

In der riesigen Halle arbeiten insgesamt 218 Mitarbeiter, darunter 23 Soldaten. Bis Mitte 2015 sollen es 34 werden. Sie alle arbeiten gemeinsam mit gleichen Rechten und Pflichten. „Das funktioniert jetzt schon wunderbar“, berichtet Hauptmann Steffen Getschmann, militärischer Leiter der Instandhaltungskooperation Tornado. „Bereits vor Vertragsunterzeichnung, haben wir durch Informationsveranstaltungen gegenseitiges Verständnis geweckt. Soldaten wurde die zivile Seite nahe gebracht und umgekehrt. Warum darf zum Beispiel der Soldat zum Sport und der Zivilist nicht“, erklärt er. Miteinander reden und voneinander lernen sind in seinen Augen mit die wichtigsten Punkte dieser Kooperation. „Man darf nicht vergessen, dass wir hier auf allen Ebenen, also vom Mechaniker, Elektriker, Avioniker bis in die Leitungsebene verteilt sind, und das wir fachlich genau das gleiche machen, was ein ziviler Firmenmitarbeiter tut. Die Soldaten sind in die Organisation der Industrie mit integriert und das auf Augenhöhe!“

 

Dank an alle Beteiligten

Die abschließende Rede im Rahmen der feierlichen Indienststellung hielt Oberst Markus Alder. Als truppendienstlicher Vorgesetzter dankte er nicht nur den anwesenden Soldaten. Neben den Damen und Herren aus dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAIN), die am Ende als Vertreter der Bundeswehr den Vertrag unterzeichneten, bedachte er auch die Industrie. „Mein Dank gilt auch allen Verantwortlichen der Firma Airbus Defence and Space, mit denen wir von Anfang an in einem engen und vertrauensvollen Dialog standen“, betonte er in seiner Rede. Er forderte alle Mitarbeiter auf, „mit ihrer Fachexpertise und Ihrem Können, die erforderlichen Flugstunden für die Tornado-Flotte zu produzieren und für einen guten Klarstand in den Einsatzgeschwadern zu sorgen. Dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg!“

 

Autor: Marcel Mut/Luftwaffe
Foto: Susanne Hähnel/Luftwaffe

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