Start für das nächste Patriot-Schießen

Das Taktische Schießen des Flugabwehrraketengeschwaders 1 auf Kreta steht bevor. Für die FlaRak-Truppe ist damit der Herbst in diesem Jahr wieder ausgebucht. Sie müssen ihr Material verpacken und verstauen. Gemeinsam mit US-amerikanischen FlaRak-Einheiten wird im November eine Woche lang mit Patriot-Raketen auf der Akrotiri Halbinsel im Nord-Westen der Insel live geschossen.

Vorher musste allerdings alles für den Transport über See vorbereitet werden. Das Verladen der Fahrzeuge und des Materials ist für die Soldaten keine Übung mehr, sie können es. „Schon seit einem dreiviertel Jahr laufen unsere Vorbereitungen für dieses jährliche Taktische Schießen“, berichtet Oberleutnant Christoph Koselack. Er ist im Flugabwehrraketengeschwader 1 für Transporte zuständig. Laut ihm sei eine so lange Zeit für Vorbereitungen wichtig. Beginnend mit der Ausschreibung für eine passende Fähre müssen auch Container für 392 Tonnen Material bereitgestellt werden. Fahrzeuge müssen zeitgerecht über die Instandsetzungsbereiche gewartet oder repariert werden. Ein Großteil der Planung übernimmt dabei das Logistikzentrum der Bundeswehr. Dort wird unter anderem geplant in wievielen Marschkolonnen die insgesamt 280 Fahrzeuge aufgeteilt werden müssen. „Wir haben für diese Verlegung nicht die Zeit zum Üben, so wie es die Truppe für das Schießen auf Kreta schon lange vorher in vielen Übungen macht, wir müssen es können“, betont Oberleutnant Koselack. „Dabei muss jeder am Verladeterminal sein Handwerk perfekt verstehen.“

Oberleutnant Koselack gibt seinen Soldaten letzte Anweisungen bevor die Seeverladung starten kann. (Quelle: Luftwaffe/FlaRakG 1)
 

Alles muss festgezurrt sein

Soldaten des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst standen bereit, um alle Fahrzeuge, mit einem Gesamtgewicht von 2.771 Tonnen, an Bord der „Suecia Seaways“ seefest zu verzurren. Die Erfahrung jedes Einzelnen ist gefragt. „Viele Abläufe wiederholen sich, aber trotzdem können wir so eine große Verladung mit der langen Vorbereitungszeit nicht üben“, erklärte auch Korvettenkapitän Gerd Röhl. Er ist der sogenannte Supercargo und in der Hauptsache verantwortlich für die Verladung und den Transport und Ansprechpartner für den Kapitän der Fähre. Gemeinsam mit zwei FlaRak-Soldaten begleitete er die 12-tägige Seereise. Stabsfeldwebel Steffen Wendler und Stabsfeldwebel Olaf Arndt aus der Flugabwehrraketengruppe 26 waren jeden Tag für die Ladungssicherung verantwortlich. An jedem Fahrzeug musste der feste Sitz die Zurrketten geprüft werden. Bei Seegang wäre ein Verrutschen der Ladung fatal für das Schiff.

Insgesamt 280 Fahrzeuge müssen in kürzester Zeit auf die Fähre verladen werden. (Quelle: Luftwaffe/FlaRakG 1)

Flugabwehr auf Seefahrt

Die “Seefahrer“ aus dem Norden Schleswig-Holsteins durften trotz der Arbeit an Bord auch das besondere Erlebnis einer Seereise genießen. Von Travemünde ging es über den Skagerrak, die Nordsee, durch den Ärmelkanal, an der französischen Atlantikküste entlang. Es war eine ruhige Seereise, berichteten die drei „Seefahrer“, die nur in der Biscaya durch langgezogene Wellen überrascht wurden. Die Verzurrung an Fahrzeugen und Containern musste dort nochmal extra nachgezogen werden. An Gibraltar vorbei ging es dann durch die Straße von Messina direkt in den Hafen von Souda auf Kreta. Dort warteten wieder die Logistiker für die Entladung.

Autor: Bernd Berns/Luftwaffe

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