Ein neuer Kommodore in Neuburg

Das Taktische Luftwaffengeschwader 74 hat einen neuen Kommodore. Oberst Holger Neumann gab die Truppenfahne an den Kommandeur der Fliegenden Verbände, Generalmajor Günter Katz, zurück. Sein Nachfolger, Oberstleutnant Thomas Früh, übernahm den Neuburger Verband im Rahmen eines militärischen Appells.

 

Neben traditionellen Elementen, wie dem Einmarsch der Ehrenformation, dem Abschreiten der Paradeaufstellung und der Übergabe der Truppenfahne, hielt die Kommandoübergabe auch einige Überraschungen bereit. Dazu zählte auf Wunsch von Neumann der durch das Heeresmusikkorps intonierte „St. Louis Blues March“ von Glenn Miller. Abschließend verlieh die Schlossfestgruppe des Geschwaders, die „Da Vincis“, dem Empfang einen Hauch von Neuburger Renaissancespektakel.

 

Ein Abschied mit Stolz

„Mein Antrieb war stets, etwas zum Besseren bewegen zu wollen“, resümmierte Neumann vor den Geschwaderangehörigen und den Gästen aus Militär, Politik, Wirtschaft, Behörden, Vereinen, Schulen sowie Ehemaligen und Freunden. Er führte knapp zweieinhalb Jahre den Neuburger Verband, einen der leistungsfähigsten fliegenden Kampfverbände der Luftwaffe, wie er in seiner Rede zum Ausdruck brachte. Der scheidende Kommodore gab seinem Nachfolger den Leitsatz „Einsatz war, ist und bleibt unser Auftrag“ mit und ließ Herausragendes in Kurzform Revue passieren.

Die „Da Vinicis“ überraschten Oberst Neumann zum Abschied (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)

 

Von Neuburg nach Berlin

Neumann verlässt Oberbayern in Richtung Berlin, wo auch seine Familie wohnt. In die Hauptstadt wechselt er als stellvertretender Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung. Der Abschied aus Neuburg fiel ihm wahrlich nicht einfach. Neben den zahlreichen Erfolgen und Glücksmomenten erlebte Neumann in seiner Amtszeit auch schwierige Phasen und einige Herausforderungen. So war beispielsweise die fliegerische Heimat für 20 Monate nicht der Neuburger NATO-Flugplatz, sondern wegen der Komplettsanierung der Start- und Landebahn das schwäbische Lagerlechfeld, wie Generalmajor Katz in seiner Ansprache berichtete.

 

Herausforderungen warten bereits

Neu für Oberstleutnant Früh werden die „Da Vincis“ sein, die in ihren Schlossfestgewändern beim Empfang in der Werft trommelnd den scheidenden „Feldherrn“ Neumann verabschiedeten. Was der Kommandeur der Fliegenden Verbände dem neuen Kommodore mit auf den Weg gab, waren neben der Pflege des guten Miteinanders des Geschwaders mit der Bevölkerung, dienstliche Prioritäten. „Das Terrain ist zwar bereitet, aber es warten noch viele Bewährungsproben“, sagte er mit Fingerzeig auf den Aufbau der Mehrrollenfähigkeit des Eurofighters, die es zielstrebig zu verfolgen gilt. Bereits kommenden November wird der Verband mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet, um den taktischen Flugbetrieb um das Luft-Boden-Spektrum zu erweitern.

Anlässlich des Appells marschierte der Ehrenzug ein. (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)

 

Vom Tornado zum Eurofighter

Der Tornado-Pilot, der zuletzt als Sprecher der Luftwaffe im Bundesministerium der Verteidigung fungierte, absolviert jetzt seine Umschulung auf den Eurofighter. Früh betonte beim Appell: „Die Führung eines Geschwaders als Kommodore übertragen zu bekommen, ist definitiv mehr als nur ein ganz normaler Dienstantritt.“ Zugleich betonte er seinen Stolz und seine Freude auf seine neue Verwendung im Wissen, „dass das Taktische Luftwaffengeschwader 74 ein gewachsener und leistungsstarker Einsatzverband ist, der einen hervorragenden Ruf genießt.“ Früh freut sich auf die gemeinsame Arbeit mit „hoch motiviertem Personal und dem modernsten Waffensystem, das die Luftwaffe zu bieten hat.“

 

Autor: Xaver Habermeier/Luftwaffe

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