Erfolgreiches Ende für Exercise Mountain Roundup 2013

Positive Bilanz zur Übung trotz „Government Shutdown“ in den USA. Nach Beendigung der Übung Mountain Roundup 2013 sind alle Luftwaffen Tornados wohlbehalten an ihre Heimatstandorte zurückgekehrt. Die größte fliegerische Übung der Deutschen Luftwaffe des Jahres 2013 konnte letztlich doch erfolgreich abgeschlossen werden. Am Anfang der Übung gab es bedingt durch die Haushaltskrise in den USA, eine Reihe von Absagen durch Staffeln der US Air Force: „Besonders das Fehlen der 64th Aggressor Squadron von der Nellis Air Force Base (AFB) in Nevada schmerzte uns zu Beginn der Übung“ erläutert Major Marcel Schlereth vom fliegerischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe in Holloman AFB. Zusammen mit seinen Kameraden im Planungsteam, musste er Szenarien, Kräfteaufteilungen und Missionsaufträge (Tasking) modifizieren. „Für die Feinddarstellung in der Luft mit gegnerischen Jägern, den sogenannten „Red Air“ Kräften mussten wir Teile der eigenen „Blue Air“ Kräfte als feindliche Jäger einsetzen, um ein realistisches Szenario mit Bedrohungen aus der Luft zu generieren“ ergänzt Major Schlereth. Kein leichtes Unterfangen alle Änderungen detailgenau und präzise in das Übungsszenario einzufügen. Gegen Ende der Übung griffen dann auch nochmal die Bold Tigers der 391st Sqaudron aus Mountain Home AFB mit ihren F-15E und die A-10 der Idaho Air National Guard aus Boise ins Übungsgeschehen ein.

Hochwertausbildung

Im Vordergrund der Übung stand die Mission Employment (ME) Phase des Fighter Weapon Intructor Courses (FWIC). Dieser vom fliegerischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe auf der Holloman AFB durchgeführte siebenmonatige Lehrgang stellt höchste Ansprüche an die Lehrgangsteilnehmer. Zwei Piloten und zwei Waffensystemoffziere hatten sich diesmal bis zur „ME-Phase“ des Waffenlehrer-Lehrganges durchgekämpft und den anspruchsvollsten fliegerischen Lehrgang den es bei der Luftwaffe gibt erfolgreich durchlaufen. Neben ausführlicher Theorie in den Teilbereichen Luftkampf, Luft-Boden-Einsätze, Elektronische Kampfführung und Waffenwirkungen mussten sie ihre Fähigkeiten in den letzten Monaten auf der Holloman AFB als gestandene Fluglehrer und angehende Waffenlehrer auch in der Luft beweisen. Die ME-Phase der Großübung Mountain Roundup 2013 war die letzte Hürde, bei der sie abschließend ihre hohen Qualifikationen unter Beweis stellen mussten. Dabei kam es nicht nur darauf an, eine Groß-Formation oder ein COMAO-Package (Composite Air Operations) mit bis zu 60 Luftfahrzeugen in der Luft zu führen, sondern auch vom Boden aus taktische Entscheidungen im Kontrollzentrum zu treffen und den Überblick in der gesamten Operation zu behalten.

„Ziel erreicht“

So sieht es Oberst Armin Havenith, Kommandoführer des deutschen Kontingents während der Übung Mountain Roundup 2013 in Idaho. „Wir haben hier in Idaho optimale Trainingsmöglichkeiten angetroffen. Neben dem großen Übungsluftraum in unmittelbarer Nähe der Startbasis mit Schießplätzen für scharfe Waffeneinsätze und dem Kontrollzentrum „Cowboy Control“ auf der Mountain Home AFB waren alle Voraussetzungen für eine hochwertige Übung mit einem breiten Spektrum von Einsatzszenarien gegeben. Auch wenn der Abschluss des Waffenlehrerlehrganges mit der ME-Phase bei der Übung im Vordergrund stand, so dürfen wir nicht vergessen, dass wir mit Large Force Employment-Missionen (LFE – Großformationen) und dem Continuation Training (CT – normale Trainingseinsätze) zwischen den Missionen der ME-Phase wertvolles fliegerisches Training für alle teilnehmenden Besatzungsmitglieder sicherstellen konnten. Auch wenn wir bis 2015, bedingt durch Soft- und Hardware Umrüstung der Tornado-Flotte, auf den Stand ASSTA 3 (Avionics System Software Tornado Ada) die Übung Mountain Roundup nicht durchführen können, planen wir danach sofort wieder an die bisherige Erfolgsstory der Übung Mountain Roundup anzuknüpfen. Nicht zuletzt auch weil wir, das Fliegerische Ausbildungszentrum der Luftwaffe in Holloman als Organisatoren und Planer der Übung direkten Einfluss auf die Übungsausrichtung hinsichtlich der Trainingserfordernisse für unsere Besatzungen haben.“

Rückverlegung

Nach Ende der Luftwaffen-Großübung am 16. Oktober verlegten zehn Tornados des Fliegerischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe (German Air Force Flying Training Center – GAFFTC) am Tag darauf einsatzklar zurück an ihren Heimatstandort auf der Holloman Air Force Base (AFB). Nur einen Tag später traten dann auch die sechs Maschinen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 (vormals JaboG 33) aus Büchel in der Eifel, sowie zwei weitere Tornados, die zur Instandsetzung nach Deutschland gehen, von Mountain Home AFB / Idaho aus den 9500 Kilometer weiten Rückweg nach Deutschland an. Mit Luftbetankung ging es in gut fünf Stunden Flugzeit zunächst nach Bangor / Maine an die Ostküste der Vereinigten Staaten, wo man sich auf die zwei Tage später folgende Transatlantiküberführung vorbereitete.

Mitten in der Nacht

Morgens um 3 Uhr Ortszeit, starteten dann am 21. Oktober jeweils vier Tornados Richtung Europa. In zwei Tankerzellen mit 30 Minuten Abstand setzte man noch im Dunkeln zum großen „Sprung über den Teich“ an. Mit zwei Nachtbetankungen und vier Tankvorgängen am Tage bewältigten die Besatzungen die rund 5600 Kilometer lange Strecke in sieben Stunden und vierzig Minuten und landeten kurz vor 17 Uhr Ortszeit auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Einen Tag später traf dann auch das Hauptkommando mit weiteren Besatzungen, Funktionspersonal und Technikern auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln–Bonn ein. Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, Oberst Andreas Korb, zeigte sich erleichtert, dass alles reibungslos funktioniert hatte: „Ich bin froh das alle Besatzungen mit ihren Tornados wohlbehalten zurückgekehrt sind. Nachdem das Hauptkontingent unseres Personals ebenfalls daheim eingetroffen ist, warten wir jetzt nur noch auf das Nachkommando mit elf Soldaten und das auf dem Seeweg eintreffende Material.“

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