Internationale Zusammenarbeit im Weltraumlagezentrum

Französische Offiziere ließen sich die Arbeit des Weltraumlagezentrums in Uedem erklären. Der Kommandeur des Zentrums Luftoperationen zeigte seinen Gästen die Abläufe in dieser einzigartigen Einrichtung der Luftwaffe.

 

Die Überbleibsel aus fast 60 Jahren Raumfahrt umgeben unseren Planeten. Die Schrottwolke besteht aus Einzelteilen, die teilweise gerademal einen Zentimeter groß sind. Aber selbst die sind gefährlich. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 15 Kilometern pro Sekunde können diese Teile ganze Satelliten zerstören. Vor solchen Kollisionen zu warnen und sie zu verhüten, gehört zu den Aufgaben des Weltraumlagezentrums in Uedem. Dort war diese Woche eine Delegation mit vier französischen Offizieren zu Gast. Der Delegationsleiter Brigadegeneral Jean-Daniel Testé ist Commander der French Joint Space Command (Commandement Interarmées de l’Espace, CIE). Diese ist verantwortlich für die Koordination und Bereitstellung aller militärischen Weltraumfähigkeiten der französischen Streitkräfte. Die Delegation wurde am Niederrhein von Generalleutnant Joachim Wundrak empfangen. Der Kommandeur des Zentrums Luftoperationen zeigte seinen Gästen die Abläufe im deutschen Weltraumlagezentrum. Die Besonderheit in Deutschland ist ein internationales Alleinstellungsmerkmal. Anders als in Frankreich findet hier eine enge organisatorische Verzahnung mit dem Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) statt.

 

Diese Verzahnung hat sich in den vergangenen drei Jahren unter anderem beim Thema Warnung vor Weltraumkollisionen bewährt. Sie trägt im europäischen Rahmen wesentlich zur Kooperation zwischen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien bei. Beim Besuch des französischen Generals spielten diese Kooperationsfragen auch eine wichtige Rolle.

 

„Der Schutz der Satelliten geht nur global“, betonten dazu Oberstleutnant Thomas Spangenberg, der militärische Leiter des Weltraumlagezentrums, und Brigadegeneral Burkhard Pototzky, vom Zentrum Luftoperationen in Uedem. Besonders intensiv sei auf diesem Feld die Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Deutschland und den USA. Im Westerwald geht man in den nächsten zwei Jahren einen großen Schritt vorwärts. Dann wird ein 25 Millionen Euro teures experimentelles Weltraumüberwachungsradar seinen Dienst aufnehmen. Damit können Bahndaten von Satelliten und Trümmern in niedrigen Erdumlaufbahnen zwischen 500 und 1200 Kilometern erfasst werden. Die deutschen Daten wird man dann auch der Wissenschaft zur Verfügung stellen und mit Verbündeten austauschen.

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