Sterne oder Satelliten? – das mysteriöse Leuchten am Himmel

Sind es nun Sterne oder Satelliten? Eine Frage, die nur beantworten kann, wer für 24 Stunden an sieben Tagen die Woche weiß, was sich im Weltall bewegt – das Weltraumlagezentrum.

Das Weltraumlagezentrum hat das Weltall fest im Blick (Quelle: Bundeswehr/Francis Hildemann)

Im Westen des Landes, in der Gemeinde Uedem, ist das ressortgemeinsame Weltraumlagezentrum (WRLageZ) zu Hause. Dort arbeitet Personal des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Seite der Soldatinnen und Soldaten des Teams Luftwaffe. Es überwacht alle erdnahen Objekte im Weltraum. Und somit hatte es auch die leuchtenden Punkte, die wie aufgereiht an einer Perlenschnur durch den Nachthimmel schwebten, auf ihren Schirmen.

Die Rede ist von den Starlink-Satelliten, die seit Mai 2019 in die Erdumlaufbahn geschossen wurden. Aufsehen erregte die Lichterkette am Himmel. Mit der Zeit ziehen sich die Satelliten, von denen jeweils 60 gleichzeitig in den Orbit geschossen werden, auseinander. Sie sind danach aber weiterhin als fliegende Leuchtpunkte zu sehen.

Die Starlink-Satelliten schweben sichtbar durch den dunklen Nachthimmel und kreuzen das Bild des Großen Bären (Quelle: Bundeswehr/Marco Parge)

Mit SpaceX ins All zur ISS

Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX steckt dahinter. An seiner Spitze steht der Milliardär Elon Musk. Ziel der Starlink-Satelliten in der Erdumlaufbahn ist ein flächendeckendes Internet. Doch das ist nicht alles: Für Mai 2020 war es geplant, die nächsten 60 Satelliten in den Himmel starten zu lassen – doch Personenbeförderung geht vor. Die NASA will mit dem privaten Unternehmen eine neue Ära amerikanischer Raumfahrt einleiten und Astronauten ins All schießen.

Durch Raketen des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX werden Astronauten im Mai zur Raumstation ISS gebracht (Quelle: NASA)

Rush-Hour im Weltraum

Aktuell befinden sich 420 Starlink-Satelliten im All. Für 12.000 davon hat SpaceX bereits die Genehmigung erhalten. Sie teilen sich in den kommenden Jahrzehnten den Weltraum mit anderen Satelliten und jeder Menge Schrott.

Deutschland ist mit seiner digital vernetzten Gesellschaft und seinen hochtechnisierten Streitkräften vom Weltraum abhängig. Systeme zur Erdbeobachtung, Kommunikation, Navigation sind Bestandteil staatlicher Sicherheit und fliegen durch das All. Außerdem wird die Sonne beobachtet und auf erdnahe Asteroiden geschaut. Die Notwendigkeit, diese kritische Weltrauminfrastruktur zu schützen, führte vor elf Jahren zur Gründung des WRLageZ.

Zivil-militärische Zusammenarbeit für einen sicheren Orbit

Zusammen mit dem DLR teilt sich das Team Luftwaffe in Uedem den Arbeitsplatz und gemeinsam haben sie den erdnahen Weltraum fest im Blick.

Auf den großen Leinwänden im Weltraumlagezentrum wird das Weltall mit seinen Satelliten und seinem Schrott ständig beobachtet (Quelle: Bundeswehr/Francis Hildemann)
Durch die zivil-militärische Zusammenarbeit zwischen dem DLR und dem Team Luftwaffe wird die Beobachtung des Weltraums rund um die Uhr gewährleistet (Quelle: Bundeswehr/Francis Hildemann)

Ihre Hauptaufgabe geht aber weit über das Beobachten hinaus. Sie schützen die im Erdorbit fliegenden Satelliten vor möglichen Zusammenstößen mit Weltraumschrott. Sie berechnen die Bahnen aktiver Satelliten und kalkulieren ein möglicherweise nötiges Ausweichmanöver. Das Personal der Dienstelle errechnet außerdem den voraussichtlichen Wiedereintritt von Weltraumobjekten in die Erdatmosphäre und analysiert das Weltraumwetter. Kurzum: vielseitig und enorm wichtig für die Sicherheit und das alltägliche Leben in Deutschland.

Autor: Sandra Süßmuth

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