Ein Eurofighter für Oswald Boelcke

Seit 1961 ist das Taktische Luftwaffengeschwader 31 nach dem deutschen Kampfpiloten Oswald Boelcke benannt. 2016 jährt sich sein Tod zum 100. Mal. Jetzt erinnert ein sonderlackierter Eurofighter des Verbandes an die deutsche Pilotenlegende. Im Mai 2016 wäre Hauptmann Oswald Boelcke 125 Jahre alt geworden, wenn er nicht im Oktober 1916 Jahren bei einem Absturz ums Leben gekommen wäre. Noch heute tragen die Geschwaderangehörigen den Geist des Jagdfliegers weiter. Jetzt ehrten sie ihren Namensgeber mit dem „Spirit of Oswald Boelcke“, einem sonderlackierten Eurofighter der an die deutsche Pilotenlegende erinnert.

© Luftwaffe/Denise Möltgen
Die Propellermaschine auf dem Seitenruder ist eine Albatros D.II. Boelcke flog diese Maschine bei seinem tödlichen Absturz.

 

Das Design des Seitenleitwerks zeigt auf der rechten Seite eine Albatros D.II und ihre technischen Daten. Mit diesem Jagdflugzeug verunglückte Boelcke 1916 tödlich. Auf der linken Seite ist ein Portrait des Jagdfliegers zu sehen, zusammen mit einer Abbildung des Ordens „Pour le Mérite“. Kaiser Wilhelm II. verlieh Boelcke diese Auszeichnung zu seinem achten Luftsieg. Die Unterseite des Fliegers zeigt das geflügelte Schwert vom Verbandsabzeichen des Geschwaders „Boelcke“. Hinter den Schriftzeilen auf dem Rücken des Jets verbirgt sich die „Dicta Boelcke“. In dieser Schrift beschrieb der Jagdpilot Luftkampftaktiken, die sich in den Grundzügen bis heute erhalten haben. „Boelcke gilt deshalb als der Vater des Luftkampfes“ erklärt der Kommodore des Geschwaders, Oberst Stefan Kleinheyer. „Das machte den Erstflug im derartig gestalteten Eurofighter für mich zu einem besonderen Vergnügen.“

© Luftwaffe/Tim Schönowsky
Der „Spirit of Oswald Boelcke” hebt zum ersten Mal von der Landebahn ab.

 

Eine neue Herausforderung

Der Entwurf für die Sonderlackierung stammt von Oberstleutnant der Reserve Bodo Heinrichs. Der ehemalige Tornadopilot des Geschwaders gestaltete schon einige Tornado-Sonderlackierungen. Zum Beispiel die „Blue Lightning“-Lackierung zum 45-jährigen Jubiläum des Verbandes. Der blau lackierte Tornado ist noch heute auf dem Fliegerhorst ausgestellt. Heinrichs konnte bei den verschiedenen Tornado-Lackierungen viel Erfahrung sammeln, aber der Eurofighter war auch für ihn eine neue Herausforderung. Erstmalig lackierte das Geschwader den Jet mit einem anderen Verfahren. Folien wurden bedruckt und beschnitten, um sie anschließend auf dem Flugzeug anzubringen. „Beim Entwurf musste ich deshalb die Rundungen des Flugzeuges berücksichtigen, weil diese die Motive verzerren können“, schildert Heinrichs. Der Vorteil an der Folierung: der komplette Entwurf konnte digital erstellt werden. Anschließend wurde er dann als Fotodruck auf die Folien übertragen. Das ermöglichte es, mehr Details in das Design aufzunehmen. Die fertigen Folien mussten in stundenlanger Handarbeit auf der Maschine angebracht werden. Ein Team von Folierungsspezialisten übernahm diese aufwendige Arbeit.

© Luftwaffe/Denise Möltgen
Zusammen mit den Geschwaderangehörigen bringen die Spezialisten die Folien von Hand an.

 

Eurofighter steht Modell

Für den Kommodore des Geschwaders, Oberst Stefan Kleinheyer, war der Erstflug des umgestalteten Eurofighters mit der Kennung 31+31 eine besondere Ehre. Aber nicht nur Oberst Kleinheyer war von der Maschine begeistert, auch Spotter erfreuten sich am feierlich lackierten Eurofighter. Sie durften den Jet kurz nach dem Erstflug mit ihren Kameras knipsen. Die rund 40 Flugzeugbegeisterten waren teilweise aus Belgien und den Niederlanden angereist. Rund zwei Stunden stand der Nörvenicher Jubiläums-Flieger für sein internationales Publikum Modell.

 

Autor: Tim Zukunft/Luftwaffe

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