Generalleutnant Ingo Gerhartz hat das Deutsche Einsatzkontingent auf der jordanischen Airbase in Al-Asrak besucht. Dem Inspekteur der Luftwaffe war es ein persönliches Anliegen, sich vor Ort einen Eindruck vom Einsatzflugbetrieb zu verschaffen. An erster Stelle standen für ihn vor allem die Gespräche mit den Soldatinnen und Soldaten. Es sei ein sehr informativer und äußerst aufschlussreicher Besuch gewesen, resümierte Gerhartz nach seinem zweitägigen Besuch.

 

Oberst Conrath und Generalleutnant Gerhartz beim Rundgang durch das deutsche Camp. (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)

 

„Nah an der Truppe zu sein, das Ohr am Geschehen zu haben, ist mir sehr wichtig“, erklärte Generalleutnant Ingo Gerhartz bei seinen Besuchen der Luftwaffenverbände in Deutschland. Gerade die Einsatzbereitschaft seiner Luftwaffe sei für ihn von hohem Interesse und der Schwerpunkt seiner zukünftigen Arbeit.

Oberst Kristof Conrath begrüßt Generalleutnant Ingo Gerhartz nach der Landung. (Quelle: Luftwaffe/Dustin Ackermann)

 

Kurz nach der Landung am frühen Abend und der Begrüßung auf dem Flugvorfeld durch den Kontingentführer, Oberst Kristof Conrath, traf sich der oberste Luftwaffensoldat mit dem Führungspersonal des Einsatzkontingentes. In dieser Runde ging es um den ersten Eindruck sowie direkten Informationsaustausch, bevor am folgenden Tag die Besichtigung der einzelnen Arbeitsbereiche starten sollte.

Bei der Einfahrt in das deutsche Camp unterhält sich der Inspekteur mit den Soldaten der Force Protection. (Quelle: Luftwaffe/Dustin Ackermann)

 

Nach einem Gespräch mit dem Base Commander der jordanischen Luftwaffe, Brigadegeneral Mohammad Hiyasat, folgte das Einweisungsbriefing durch den Kontingentführer. Er teilte seine Erfahrungen aus dem laufenden Einsatz sowie allen Leistungen und Fähigkeiten seiner Soldaten im Einsatz gegen die Terrormiliz des sogenannten „Islamischen Staates“. Die Stabilisierung des Irak gehört nun auch zum Auftrag des neuen Einsatzkontingentes Counter Daesh / Capacity Building Iraq. Seit der Zusammenlegung im Juni 2018 unterstehen Conrath nun alle Bundeswehrsoldaten im Irak. Mit der Verabschiedung des aktuellen Bundestagsmandats erfolgte die Neuausrichtung des deutschen Engagements in dieser Region.

Der jordanische Base Commander begrüßt den Inspekteur der Luftwaffe. (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)

 

Händeschütteln, Zuhören und Nachfragen – Generalleutnant Gerhartz verschaffte sich in den zahlreichen Gesprächen ein eigenes Bild vom Einsatzalltag auf der Air Base. „Nur so kann ich mir ein umfassendes Lagebild verschaffen und weiß, wo der Schuh drückt, um genau dort mit meiner Arbeit anzusetzen.“

Generalleutnant Gerhartz im Gespräch mit den Vertrauenspersonen und Mitgliedern des Psycho-Sozialen-Netzwerkes. (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)

 

Gesagt – getan, nahm der Inspekteur im Anschluss die einzelnen Arbeitsbereiche selbst in Augenschein. Bei den Begegnungen im Mobilen Gefechtsstand, in der Luftbild-Auswertestation, an den Aufklärungs-Tornados, am Airbus A310 MRTT und beim Technikpersonal erkundigte sich Gerhartz ausführlich nach den persönlichen Erfahrungen sowie nach den Arbeits- und Lebensbedingungen der Soldaten im Einsatz.

Der Inspekteur der Luftwaffe auf dem Weg zur nächsten Station. (Quelle: Luftwaffe/Dustin Ackermann)

 

Nach rund der Hälfte seines Einsatzzeitraumes erklärte Oberst Conrath bei einem Interview, dass die beeindruckende Professionalität, mit der die Soldaten ihren Einsatzauftrag durchführen, ihn sehr stolz mache. Das Einsatzkontingent sei ein richtig gut funktionierendes Team, und das obwohl die Teammitglieder aus allen möglichen Dienststellen der Luftwaffe und den anderen Teilstreitkräften sowie Organisationsbereichen der Bundeswehr stammen. Zudem werden die Aufklärungsprodukte und der Beitrag zur Luftbetankung innerhalb der Koalition sehr gefragt und vor allem sehr geschätzt. Von diesen Eindrücken konnte sich der Inspekteur nun persönlich überzeugen.

Ein Tornadopilot weist den Inspekteur in die neuen Fähigkeiten der aktuellsten Avionikausstattung ein (ASSTA 3.B). (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)

 

Bevor er seine Heimreise antrat, bedankte sich der Inspekteur der Luftwaffe bei Oberst Conrath für die ausführliche Vorstellung der Leistungsfähigkeit des deutschen Einsatzkontingentes und die gewonnenen Einblicke: „Ich habe hier wirklich eine hervorragend ausgebildete und hochmotivierte Truppe angetroffen. Jeder Einzelne trägt mit seiner Leistung und einem unglaublichen Teamgeist zur Erfüllung des Einsatzauftrages bei. Mein Dank gilt allen Soldatinnen und Soldaten, die das Bild der Bundeswehr – aber vor allem auch das Bild der Luftwaffe im Einsatz – so positiv prägen und sich hier derartig engagieren.“

Vor dem Rückflug überreicht Kontingentführer Oberst Conrath noch eine Erinnerungsurkunde. (Quelle: Luftwaffe/Dustin Ackermann)

 

Der Anteil des deutschen Einsatzkontingentes „Counter Daesh“ beteiligt sich mit Aufklärungs- und Betankungsflügen an der internationalen „Operation Inherent Resolve“ im Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ in Syrien und im Irak. Es leistet seinen Beitrag – nach dem Umzug aus dem türkischen Incirlik – seit Mitte vergangenen Jahres von der jordanischen Air Base nahe Al-Asrak aus.

 

Autor: Roman Ladenko

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