Objektschützer sichern Flugzeug des Bundespräsidenten in Mali

Konzentriert stehen die ernst dreinblickenden Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ um ihr Schutzobjekt. Ihre aufmerksam umherwandernden Augen liegen versteckt hinter Schutzbrillen, abgeschirmt vom gleißenden Licht der Sonne. Vom Boden des Flugfeldes flimmert ihnen die Hitze entgegen. Die Gewehre halten sie ruhig vor ihren Oberkörpern; bereit, sie bei Gefahr jederzeit einzusetzen. Bei dem Schutzobjekt handelt es sich um das Flugzeug des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

 

Im Rahmen seiner kurzen Afrikareise besucht Bundespräsident Joachim Gauck am vergangenen Freitag die an der EU-Mission EUTM beteiligten deutschen Soldaten im Feldlager Koulioro. Nach einem ruhigen Flug landet sein Flugzeug in der malischen Hauptstadt Bamako. Erwartet wird er dort unter anderem von einer elf-köpfigen Gruppe deutscher Objektschützer. Die Soldaten des AMP-Teams (Air Mobile Protection Team) unter der Führung von Hauptfeldwebel Stefan Neumann sind für den Schutz des Flugzeuges des Bundespräsidenten abgestellt.

 

Bereits einen Tag vor der Ankunft von Joachim Gauck treffen die elf Luftwaffensoldaten aus Schortens in der malischen Hauptstadt Bamako ein. Von Wunstorf aus wurden sie mit einer A400M innerhalb von acht Flugstunden an ihr Ziel gebracht. Seitdem gilt es, alles für die Absicherung des Besuchs von Joachim Gauck vorzubereiten. Im Rahmen der Vorerkundung machen sich die Soldaten des AMP-Teams mit dem Flugfeld in Bamako vertraut. Auch die nähere Umgebung inspizieren sie sehr genau. Erleichtert wird ihnen die Aufgabe durch die Hilfe des malischen Militärs: die Kameraden sperren bereits am Vorabend der Ankunft des Flugzeuges alle Zugänge zum Flughafen.

 

Kein alltäglicher Auftrag

Am Freitagmorgen steigt die Anspannung, denn um 10:30 Uhr soll der Bundespräsident eintreffen. Bereits zwei Stunden zuvor beziehen die Objektschützer ihre Positionen. Nervosität ist ihnen nicht anzumerken. „Wir sind gut vorbereitet, denn wir haben jahrelange Erfahrung“, ist sich Hauptfeldwebel Neumann der Fähigkeiten seines AMP-Teams bewusst. „Aber natürlich ist dieser Auftrag für uns etwas ganz Besonderes. Es ist eben nicht alltäglich, dass der Bundespräsident eine so gefährliche Reise antritt.“ Als sie nach einer letzten Überprüfung keine Unregelmäßigkeiten feststellen können, nehmen sie Verbindung zu der im Anflug befindlichen Maschine auf und geben ihr OK durch.

 

Mit lautem Getöse schwebt das Flugzeug ein, um anschließend an seine Parkposition zu rollen. Nachdem die Treppen an die A340 herangerollt wurden, steigen Bundespräsident Gauck und seine Mitarbeiter aus dem Flugzeug aus. Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) sind für den persönlichen Schutz des Präsidenten verantwortlich, die Luftwaffensoldaten wiederum für den Nahbereichsschutz rund um das Flugzeug. Zwar ist das Flugfeld sehr flach und dadurch leicht überschaubar, allerdings wird den Objektschützern ihre Aufgabe durch den protokollarischen Ablauf in der Nähe des Flugzeuges erschwert: der Bundespräsident wird mit militärischen Ehren empfangen. Damit verbunden sind immer viele Personen, die durcheinander wuseln. Die elf Luftwaffensoldaten sind jedoch gut ausgebildet und überblicken die Situation gekonnt mit ihren geschulten Augen.

 

Nachdem Joachim Gauck sich mit seinem Gefolge aus dem durch die Objektschützer zu überwachenden Bereich entfernt hat, ist an Entspannung noch lange nicht zu denken. Denn auch in der gesamten Zeit des Besuches gibt es einige Bewegung rund um das Flugzeug: Caterer beispielsweise füllen die Lebensmittelvorräte wieder auf. Damit niemand verbotene Gegenstände im oder am Flugzeug platzieren kann, wird jede Person mit einem mobilen Röntgengerät durchsucht. Auch außen bleiben die Soldaten des AMP-Teams trotz der sengenden Mittagssonne wachsam. Manipulationen an dem A340 sind somit unmöglich.

 

Auftrag erfolgreich ausgeführt

Am Ende des Tages geht alles gut: Joachim Gauck kehrt zu seinem Flugzeug zurück und begibt sich mit seinen Mitarbeitern und den Personenschützern des BKA auf den Rückflug nach Deutschland. Hauptfeldwebel Neumann blickt stellvertretend für sein AMP-Team zufrieden zurück: „Die Beteiligten vom BKA haben die Unterstützung der Objektschutzkräfte sehr positiv bewertet. Und es hat sich erneut gezeigt, dass wir durch unsere Ausbildung gut vorbereitet waren.“

In Zukunft wird auf AMP-Teams wie jenes von Hauptfeldwebel Neumann noch mehr Arbeit zukommen: mit dem Aufwuchs der MINUSMA-Mission werden die Objektschützer der Luftwaffe verstärkt AMPT-Einsätze zu bewältigen haben. Schwerpunkt wird die Absicherung der im malischen Gao stationierten Luftfahrzeuge der niederländischen Verbündeten sein. Am zu schützenden Gut wird auch ersichtlich, warum Objektschützer der Luftwaffe dieser Aufgabe nachkommen: keine Truppe ist prädestinierter für den Schutz von Luftfahrzeugen als Soldaten der Luftwaffe.

 

Autor: Florian Neugebauer/Luftwaffe
Foto: Stefan Neumann, Nils Fritsche/Luftwaffe

 

 

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